Lesung mit Wolfgang Schorlau am Gymnasium Schönau

Am Gymnasium Schönau fand eine besondere Veranstaltung statt: Der Krimiautor und Träger des Deutschen Krimipreises Wolfgang Schorlau las vor rund 110 Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klassen aus seinem Roman „Black Forest“. Das zentrale Thema des Krimis, die Windkraft, sorgte gepaart mit den lokal bekannten Handlungsorten für großes Interesse seitens der Schülerinnen und Schüler, was sich zudem in der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde zeigte.
Im Zentrum des Romans steht Kommissar Dengler, dessen Familie sehr unterschiedliche Haltungen zum Thema Windenergie vertritt. Besonders die Figuren seines Sohnes Jakob und der Großmutter stehen sich dabei konträr gegenüber. Der Roman verbindet kriminalistische Elemente mit einem klaren Sachthema und greift die Frage auf, ob auf dem Feldberg ein Windrad entstehen soll. Schauplatz ist unter anderem ein Bauernhof in Hinterzarten, wodurch die Handlung einen direkten Bezug zur Region erhält.


Deshalb wurde zu Beginn der Veranstaltung die folgende Einstiegsfrage gestellt: Soll auf dem Feldberg ein Windrad gebaut werden? Ähnlich wie die Figuren des Romans positionierten sich auch die Teilnehmenden unterschiedlich. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler positionierte sich jedoch zunächst eher kritisch, etwa zwei Drittel dagegen und ein Drittel dafür.
Mit der Lesung einhergehend folgte eine Auseinandersetzung mit dem Thema Windkraft, wodurch sich diese Haltung leicht verschob. Vor allem durch wirtschaftliche Argumente, etwa mögliche Einnahmen für Gemeinden, änderten sich schlussendlich die Perspektiven der Schülerinnen und Schüler leicht, wodurch die Gesamtheit schlussendlich zu Windrädern auf dem Feldberg tendierte.
Wolfgang Schorlau las etwa 45 Minuten aus seinem Werk und gab dabei immer wieder Einblicke in seine Figuren, seine Recherche und die Entstehung seiner Geschichten. Besonders interessant war, wie offen er in der sich anschließenden, sehr lebhaften Fragerunde über seinen Schreibprozess sprach und erklärte, wie reale gesellschaftliche Debatten in seine Romane einfließen.
Da sich die Schülerinnen und Schüler bereits vorher in kleinen Gesprächsgruppen mit dem Thema beschäftigt hatten und die Möglichkeit bestand, sowohl direkte als auch digital eingereichte Fragen zu stellen, entwickelte sich eine intensive Diskussion über Windenergie, Umweltfragen und persönliche Positionen.
Am Ende zeigte sich Wolfgang Schorlau sichtlich beeindruckt vom großen Interesse und der engagierten Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Viele nahmen aus der Veranstaltung nicht nur Eindrücke aus dem Roman, sondern auch neue Perspektiven auf ein aktuelles und kontrovers diskutiertes Thema mit.
Abschließend gilt Ursula Sladek, dem Förderverein für umweltfreundliche Stromversorgung Schönau e. V. (FUSS) sowie der EWS ein besonderer Dank, die diese Veranstaltung ermöglicht
haben.


Verfasst von: Julika Schröder