Impro-Abend der ImproTheater-AG

Am 7. Juli 2026 verwandelte sich der Musiksaal des Gymnasiums Schönau in eine Bühne voller spontaner Ideen, überraschender Wendungen und vieler Lacher. Beim diesjährigen Impro-Abend zeigte die Improvisationstheater-AG, was sie im Laufe des Schuljahres – und insbesondere während des Workshops mit Guido Chudoba– erarbeitet hatte. Auch wenn die Anzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer überschaubar blieb, entstand durch die lockere Atmosphäre und die aktive Beteiligung des Publikums ein gelungener und unterhaltsamer Abend.
Durch das Programm führte die AG-Leiterin Frau Schröder, die mit viel Humor moderierte und das Publikum immer wieder aktiv einbezog. Dieses durfte nicht nur Begriffe und Themen für die
verschiedenen Szenen vorgeben, sondern entschied auch über die Gewinner der einzelnen Disziplinen, und somit über das Endergebnis des Theatersportwettkampfes. Zwei Teams, die „No-
Name-Nudels“ und die „Erdnussflips“, traten dabei gegeneinander an und stellten ihr Improvisationstalent unter Beweis.


Besonders abwechslungsreich wurde der Abend durch die verschiedenen Improvisationsdisziplinen. Bei der Disziplin „Vier-Hüte“, einem Statusspiel, zeigten die Gruppen, welch einen Einfluss der Status einer Figur auf die Kommunikation hat. Dabei wünschte sich der König, mit einem hohen Status, einen Gegenstand, der für die Untergebenen nicht auffindbar war. Anstatt dessen fand die Person mit dem tiefsten Status, der „Depp vom Dienst“, etwas anderes und musste diese an die höhergestellte Person „verkaufen“. Daraus resultierend erhielt der Untergeordnete einen Tadel oder Schlimmeres, während er der Person mit höherem Status unterlegen war und selbst für seine Leistung getadelt wurde.
In der Disziplin „Dias“ entstand aus verschiedenen aufeinanderfolgenden Standbildern der Mitspielenden eine spontane Präsentation , die von einer Person wie bei einer Diashow frei gehalten wurde. Die Schwierigkeit bestand besonders darin, dass das Thema der Präsentation durch das Publikum vorgegeben wurde und die präsentierende Person somit beim Anblick des Standbildes eine kohärente Verbindung zum Thema der Präsentation herstellen musste.
Bei „Schreibmaschine“ erzählte schließlich eine Person eine Geschichte, während die übrigen Mitspielenden diese ohne Vorbereitung auf der Bühne unmittelbar umsetzen mussten.Gerade diese Spielformen zeigen, wie wichtig Kreativität, Spontanität und ein gutes Zusammenspiel im Improvisationstheater sind, da die Spielenden unter anderem nicht im Voraus planen konnten, was sie gerne spielen wollten, da sie ihre Szenen nicht vorbereiten konnten und stattdessen spontan auf die Ideen ihrer Mitspielenden reagieren mussten. Dass dies so gut gelang, war auch auf den Workshop mit Guido Chudoba zurückzuführen. Dort hatte die AG neue Spielformen kennengelernt, bereits bekannte Spielformen weiterentwickelt und vor allem gelernt, Fehler nicht als Problem, sondern als Chance für neue Ideen zu sehen. Viele dieser Techniken waren beim Impro-Abend deutlich wiederzukennen und sorgten dafür, dass die Szenen trotz aller Spontanität meist flüssig und abwechslungsreich wirkten.Für jede Disziplin wurden Punkte vergeben: Ein Sieg brachte zwei Punkte, ein Unentschieden einen Punkt und eine Niederlage keinen. Da beide Teams nach den regulären Runden punktgleich waren, musste der Sieger in einem Stechen ermittelt werden. Zunächst traten die Mannschaften in der
Disziplin „Marathon“ gegeneinander an. Da auch diese Runde keinen Sieger hervorbrachte, fiel die Entscheidung schließlich in einer zweiten Stechrunde mit der Spielform „Selbstmord“. Am Ende setzten sich die „Erdnussflips“ knapp gegen die „No-Name-Nudels“ durch.
Neben den abwechslungsreichen Szenen sorgte auch ein kleines Buffet mit Snacks für eine angenehme Atmosphäre. Vor allem aber zeigte der Abend eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Teamgeist und Spielfreude in der „ImproAG“ stecken. Gleichzeitig bot er der AG die Möglichkeit, das im Workshop Erarbeitete erstmals vor Publikum zu präsentieren und das Schuljahr mit einer gelungenen Aufführung gemeinsam abzuschließen. Erstmals kamen dabei auch die neuen Gruppenshirts der ImproTheater-AG zum Einsatz, deren Anschaffung teilweise vom Verein der Freunde des Gymnasiums Schönau unterstützt wurde.


Verfasst von: Julika Schröder